FUCK, THIS I'M OUT! NO THANKS. | #PERSONALATTITUDE



Ich bin mittlerweile achtzehn Jahre alt und habe meine Oberschulzeit hinter mir gelassen. Derzeit absolviere ich eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin und bin mitten im vierten Semester des zweiten Kursjahres. Ich habe noch längst nicht ausgelernt und bei mir stehen bereits am Ende des Jahres die Vorprüfungen an. Der Gedanke, dass ich ab dem fünften Semester für die Vorprüfungen sowie für die staatlichen Examina wie eine Verrückte zu büffeln (und ich bin da ehrlich), bringen mich nicht gerade dazu Freudensprünge in die Luft zu  machen. Ich bin das komplette Gegenteil einer enthusiastischen Lernenden. Wenn ich meinen derzeitigen Leistungsstand begutachte, befinde ich mich im Mittelfeld. Meine Noten sind recht überschaubar: mal eine zwei dort, dort eine eins für besondere Leistungen und ab und an eine vier für mangelnde Vorbereitung. Ich bin im Durchschnitt.
Die Erkenntnis nur durchschnittlich zu sein, stört mich herzlich wenig. Da ich allein ohne besondere Mühe und Engagement mit soliden Ergebnissen zufrieden sein kann. Wenn ich "unvorbereitet" an eine Klausur gehe und nur durch das Wissen, was mir im Gedächtnis blieb von den letzten Unterrichtseinheiten, und dann dafür mit eine drei oder sogar besser abschneide, kann ich mich damit abfinden. Immerhin weiß ich dann, das ich den Sachverhalt verstanden habe und wenn ich nicht gut abschnitt, weiß ich, dass ich das nicht tat. 
Ich habe Prinzipien und Abspicken gehört nicht dazu. Wenn meine Kommilitonen den Versuch wagen, einen Blick auf ihre Blätter mit den korrekten Antworten zu werfen, dann wünsche ich ihnen viel Glück, dass sie nicht vom Lehrer erwischt werden. Ein weiteres Prinzip meinerseits ist mich nicht mehr nur durch meine Schulnoten definieren zu lassen. Und hiermit meine ich das altbekannte "Bulimie-Lernen". Was bringt es mir, wenn ich alles auswendig lerne, eine gute Note dafür bekomme, aber keine Zusammenhänge verstehen kann und bestenfalls  den Lerninhalt hinterher wieder vergesse? Mir bringt es persönlich nichts. Ich setze mich nicht mehr selber unter Druck wie vor drei Jahren in meiner Oberschulzeit.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie damals meine Einstellung gegenüber das Lernen in der Oberschule war. Jeden Abend, ab der 6.Klasse, verbrachte ich damit zu lernen und Fleißarbeiten zu machen, um mit gute Leistungen dazustehen. Primär als "Vorzeigeschülerin" dazustehen und perfekt in Sachen Schule zu sein. Anstatt mich hinzusetzen und freiwillig zu lernen, weil mich die Materie interessiert und ich mehr darüber wissen möchte, habe ich stattdessen mich selber unter Druck gesetzt die bestmöglichsten Ergebnisse zu erzielen. Wehe, ich bekam eine drei in eine Arbeit, denn da sank mein Selbstwertgefühl rapide. Ich habe mich über meine Leistungen definiert und nicht über meine Gedanken, Entscheidungen oder das entscheidende..meiner Persönlichkeit. Im nachhinein gebe ich mir nur eine Teilschuld. Erst ab der 9. Klasse verstand ich, dass meine Noten nicht schlussendlich meine Zukunft bestimmten und ich ein Gang runterfahren sollte.
Seit Beginn der 6.Klasse setzte man uns unter Druck nur gute bis sehr gute Leistungen zu erbringen und nicht weil die Lehrer in uns mehr Potential sehen. Nein. Um uns Angst zu machen, erst gar nicht in die Hauptschule "abzurutschen". Meiner Meinung nach zählt leider in unserer Gesellschaft der Bildungsgang Hauptschule als sozialer Abstieg. Ein sozialer Stigma, den man nicht so schnell los wird. Ein separater Stundenplan, separate Lehrer und natürlich getrennte Klassenräume.
Man braucht nur die Reaktion mancher Mitmenschen zu beobachten, wenn andere Leute sagen, dass sie einen Hauptschulabschluss haben anstatt eines höherwertigen Schulabschluss. Sofort werden Vorurteile gehegt, beispielsweise wie, dass derjenige aus eine sozialen schwächeren Milieu kommt und nur Leute aus oberen Mittelschicht einen höheren Bildungsgang besitzen können. Wir leben in einer leistungsorientierten Gesellschaft, wo Leistungen an erster Linie stehen und dann das Wohlergehen des Einzelnen.
Ich werde nicht näher darauf eingehen, weil sich sonst der Text unnötig in die Länge ziehen würde und ich nicht mehr zum Kern meiner Aussage kommen würde.
Was ich sagen wollte, ist, das mir die Ausbildung mehr als Spaß macht und ich gegenüber meiner Zeit in der Oberschule sehr gerne in die Berufsschule gehe. Aber ich in Zukunft nicht mehr den Leistungsdruck anderer nachgeben werde und daran kaputt gehe, wie damals.🙅

Man sieht sich! ✌💗

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