BEDENKENLOSER FLEISCHKONSUM?




Seit Oktober letzten Jahres ringe ich mit dem Gedanken gänzlich auf Fleisch zu verzichten. Der Gedanke fing recht schleichend an. Immer häufiger kam ich im letzten Jahr mit dem vegetarischen Lebensstil in Kontakt, da allein meine beste Freundin und meine Mitbewohnerin beide Vegetarier sind, wurde es häufiger zum Gesprächsthema in der Küche. Ich als (mittlerweile ehemaliger) Fleischenthusiast konnte ich es gar nicht nachvollziehen, wie man das kulinarische Nahrungsbestandteil schlechthin aus seiner Ernährungspyramide streichen kann.
Ich bin mit Fleisch großgeworden. Mehrmals täglich eine Scheibe Wurst auf die Stulle und eventuell abends noch, nach der Schule, ein warmes Gericht mit Fleisch. Alles selbstverständlich für mich. Ich hatte früher persönlich kein Problem damit.Mir war früher schon bewusst, woher das Fleisch stammt. Und die Begriffe vegetarisch und vegan waren mir zu diesem Zeitpunkt auch bereits bekannt, aber welche Beweggründe die Personen hatten, weshalb sie diese Lebensweise wählten, waren mir unerklärlich. Es war ein Stück Fleisch. Mehr nicht. Aber der Prozess wie es schlussendlich auf mein Teller landete, kam mir nicht in den Sinn.
Nun wohne ich seit über ein Jahr  in einer Wohngemeinschaft mit einer Vegetarierin und im Laufe meines ersten Kursjahres lernte ich meine jetzige beste Freundin, Diana, kennen, die ebenfalls Vegetarierin ist. Da kam es ab und an vor, dass ich entweder für beide mit kochte oder daraus ein gemeinsamer Kochabend wurde, wo nicht nur einer in der Küche stand und den Kochlöffel schwang.
Aber was kam nun auf dem Tisch? Nudeln mit Tomatensoße? Nein, danke. Hatten wir zu oft. Es gibt genügend Gerichte, die vornherein fleischlos sind oder das Fleisch nur als Füllmedium dient. Wie kann man sich da nicht in der Mitte treffen und ein Kompromiss treffen? Schwierig zu erklären. Ich war egoistisch und sah es nicht ein auf mein gut altbewährtes Fleisch zu verzichten. Wieso denn auch? Die Vegetarier können doch auch mir zu Liebe eine Ausnahme machen. Wie können sie nur wagen vorauszusetzen, dass ich auf meine essentiellen Proteine verzichte? Also wirklich. Nein, Sarkasmus bei Seite.
Es war schwer sich in der goldenen Mitte zu treffen und etwas zu zubereiten worauf alle Beteiligten Appetit besaßen. Ich fragte Diana, was ihre Anliegen waren fleischlos zu leben. Sie versuchte es mir zu erklären und voller Euphorie versuchte sie mich für den Vegetarismus zu gewinnen. Mission failed. Mir stand  nach wie vor ein fettes Fragezeichen ins Gesicht geschrieben. In diesem Zeitraum veröffentliche Kitthey ein Video dazu, wieso es die “bessere” Variante wäre vegan zu leben. Etwas neugierig und skeptisch zu gleich, sah ich es mir an. Ich recherchierte weiter – schaute Dokumentation, sowie Interviews an. Ich stellte mir immer wieder häufiger die Frage: Kannst ich es moralisch vor mir selber vertreten? Soll ich es nicht mal ausprobieren? Schadet es mir? Meine Antworten nach einen ständigen hin und her mit mir selbst: Nein, ja und nochmals nein.
Stand der aktuellen Dinge? Ich trinke seit mehr als vier Wochen keine Kuhmilch mehr, was mir auch gut gelingt, was sich aber manchmal leider als Hindernis erweist bezüglich meines massiven Kaffeekonsums. Und seit fast zwei Wochen verzichte ich auf Fleischprodukte. Heißt es, dass ich jetzt vegan bin? Nein, heißt es nicht.
Ich habe meine eigene Meinung zur gesamten Thematik. Ich stehe nicht zu 100% mit der Seite der manchen Vegeterroristen über ein, aber auch nicht zu 100% mit der anderen Seite, der absoluten Fleischenthusiasten. Ich gehöre auf jeden Fall nicht mehr zu den Fleischfanatikern, aber ich esse noch Fisch und werde ab und zu Fleisch noch essen. Aber nicht mehr so häufig. Fleisch sollte was Besonderes sein und nicht jeden Tag bedenkenlos auf den Teller kommen. Ich werde mich überwiegend vegetarisch und teilweise vegan ernähren. Und bisher klappt es echt gut. Mir geht es besser und ich koche seit dem eigenartiger Weise frischer.


xoxo, Anna

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