WIESO AUTO FAHREN EIN STÜCK UNABHÄNGIGKEIT BEDEUTET



Um vorneweg zu nehmen: Nein, ich bin kein Autofahrer. Noch nicht, zu mindestens. Während hingegen die anderen Kommilitonen  aus meinem zweiten Kurs bereits Autofahrer sind oder auf dem Weg sind welche zu werden, bin ich bisher noch die Einzige, die auf den Bus angewiesen ist.
Aber wenn es sich die Gelegenheit ergibt, dass ich in einer Fahrgemeinschaft, bei jemanden mitfahren darf, sage ich nicht Nein dazu. Immerhin gibt es einige Vorteile, wenn man im Auto mitfährt. Einerseits kannst du den Fahrweg flexibel mitbestimmen und andererseits macht es Spaß mit jemanden im selben Fahrzeug zu sitzen, dem man mag. Meist endet es damit, dass ich im Auto mit den anderen eine entspannte Unterhaltung führe oder eher auf dem Beifahrersitz sitze und stillschweigend aus dem Fenster schaue.
Und da komme ich zum eigentlichen Punkt. Wenn man nicht selber Autofahrer ist oder mindestens nur als Beifahrer fungiert, hat man ein ganz anderen Blickwinkel auf das Auto fahren.
Ich schaue Leute verdammt gerne beim Auto fahren zu. Nicht nur um mich zu vergewissern, dass ich mein Leben in die richtigen Hände gelegt habe, sondern wird mir immer wieder aufs Neue bewusst, wieso Auto fahren ein Stück Unabhängigkeit bedeutet. Man hat sein eigenen fahrbaren Untersatz und ist dadurch nicht mehr abhängig von den ungünstigen Fahrzeiten anderer Verkehrsmittel. Man plagt sich nicht mehr mit den strengen Körpergerüchen anderer Passagiere herum oder muss nicht auf einen Sitzplatz hoffen in der Hauptverkehrszeit. Jetzt könnte man denken, wenn einige Dinge für das Auto fahren sprechen und einige gegen das Bus fahren, wieso ich da nicht einfach ein Führerschein mache? Ganz leicht zu beantworten: aus reiner Faulheit.
Ehrlich gesagt, fühle ich mich auch noch nicht bereit dazu, mich auf dem Verkehr los zu lassen. Soll es etwa darin enden, dass ich wie in GTA "ausersehen" gegen Leute oder Bäume fahre? Eher nicht.
Für mich ist derzeit ein Auto nicht dringend notwendig, auch wenn es für mich ein weiteres Stück Unabhängigkeit symbolisiert.😌

ZWANGSPROSTITUTION ZUR INDIVIDUALITÄT

Die größte Seuche der letzten Jahre, die die Menschheit gesehen hat, stellt nicht etwa die diesjährige US-Wahlkampf, sonder die Individualität dar.
Von der Werbeindustrie zur Zwangsprostitution der Individualität angepriesen, sich was leisten zu können, was auch andere Deppen können. Demzufolge ist die Suche nach der Einzigartigkeit vergeblich.  Das wirklich "Einzigartige" an uns ist entweder unsere DNA oder unsere Fingerabdrücke, und nicht irgendein Kleidungsstil, den man kopieren kann oder eine politische Meinung, die man vertritt. Irgendwo auf unseren Planeten gibt es einen anderen Deppen, der sich genauso so kleidet wie du oder die selbe Partei wählt. Den Lebenswegs, den du wählst und gehst, und wie du ihn wahrnimmst, macht dich zu den, der du gerade eben bist.
Meist bist du nur eine Zahl unter Milliarden anderer Zahlen, vielleicht sogar nur ein Bruchteil davon. Anhand einer Statik wird dein Leben gemessen, wie häufig du kränklich im Bett lagst wegen einer Erkältung, die du wegen einer Schmierinfektion durch einen anderen Passanten am Haltegriff im Bus, bekamst, Oder du bekommst ein Preisschild zugeschrieben, was du in deinen Kleiderschrank hängen hast oder viele Quadratzentimeter deines Gesichts unecht sind.

"Ich bin nicht so wie die anderen." - "Ach, halte doch deine Fresse."

Jeder von uns versucht zwanghaft anders zu sein. Wenn da jetzt jeder anders ist als der andere, sind wird da nicht alle gleich? Wer ist anders? Wer sind die anderen?
Ich habe nichts gegen Individualität. Nein, im Gegenteil! Ich bin eine klarer Befürworterin, dass man zu sich selbst steht. Jedoch aus reinster Überzeugung!
Was bringt es einen sich von der breiten Masse beeinflussen zu lassen, was einem gefällt. Nach dem Motto: "Was der bereiten Masse gefällt, gefällt mir nicht und was der breiten Masse nicht gefällt, gefällt mir wiederum." Es ist doch egal! Gestalte dein Leben, wie du für es richtig hältst und vereinbare es mit dir selber. Kannst du mit dein Handeln und Tun leben, ist es vertretbar, oder nicht? Fernab von dem Einfluss der Sympathie der anderen solltest du dein Leben nach dir selber ausrichten und nicht nach anderen Menschen, die nur eine Nebenrolle in dein Leben einnehmen. 
Eigentlich sollten wir sie lieben, aber reagieren häufig mit Hass oder Neid, weil sie das gleiche Kleidungsstück tragen oder die gleiche Band hören. Dein Geschmack macht dich nicht individuell, sondern uniform. Irgendwie wird es uns bereits in die Kinderwiege gelegt, wie "einzigartig" wir doch sind. Im Verlauf des Leben bekommen wir dazu noch von den Medien eingeredet, wer anders ist, wirkt automatisch interessant auf die anderen. Je exzentrischer und ausgefallener die Kunstfigur um dich herum, umso interessanter bist du?
Welche Perspektiven beschert es dir, wenn du dich dabei selber aus den Augen verlierst? 
Man muss nicht zwangsweise auf andere interessant wirken. Sagt sich so leicht, nicht wahr? Ich bin selber der Seuche zum Opfer gefallen und erwische mich selber dabei, wie mein schwaches Ego schmerzt, da jemand den gleichen Lebensstil pflegt wie ich. Eigentlich sollte dastehen "Lebe die Sätze, die du schreibst."  und nicht ein Text, wo die Botschaft "Ich finde Doppelmoral grundsätzlich verwerflich, außer bei mir ist es ok." regelrecht fett darübergedruckt ist.