Samstag, 2. Dezember 2017

BITTE VERSCHON MICH MIT EURER WEIHNACHTSSTIMMUNG

Der Dezember kam schneller als wie gedacht. (Wo ist bloß das Jahr geblieben?) Und wenn der Dezember vor den Türen steht, steht auch der jährliche, altbekannte Weihnachtsstress vor der Tür. Und ich bin ehrlich: Ich habe keine Lust auf diese vorgespielte Weihnachtsstimmung meiner Umgebung. Nennt mich ruhig den Grinch meiner Nachbarschaft, aber bitte verschon mich mit euer vorgespielten Weihnachtsstimmung. 
Bereits letztes Jahr tat ich mich schwer damit den Einkauf der Weihnachtsgeschenke zu erledigen. Es lag nicht daran, dass ich zu spät damit anfing die Weihnachtsgeschenke für meine Lieben zu besorgen, sondern mit dem herrschenden Klima in den Einkaufsmeilen. Ich sah nur gestresste Leute im Konsumrausch. Ich wollte mir das nicht mehr antun und beschloss deshalb dieses Jahr die Weihnachtsgeschenke für meine Liebe überwiegend selber herzustellen. Einige Ausnahmen werde ich bei den Leuten machen, wo ich nicht genau weiß, was oder wie ich welches Geschenk machen kann. Zum Glück gibt es für diese Ausnahmen das glorreiche Online-Shopping, wo ich bequem von zu Hause aus meinen Einkauf tätigen kann, um ja nur die Menschenmassen geballt mit de Einkaufsstress zu meiden.
Ich empfinde nicht mehr die gleiche Vorfreude wie als Kind auf den Heiligabend. Wenn nicht sogar habe ich ihn komplett verloren. Es entspricht jeglicher meiner Logik von einer familiären Verpflichtung zu anderen zu hetzen, nur um diese Folge zu leisten. Obwohl es immer wieder von allen Seiten heißt das Weihnachten eine Zeit des gemütlichen Zusammensein sei. Aber immer wieder höre ich, dass Person A keine Lust hat zur Familienfeier von Person B zu gehen und das Gleiche umgekehrt. Deshalb stellt sich für mich die Frage: Wieso tut man sich das deshalb an? Aus Höflichkeit? 
Wenn ja, dann scheiß auf diese Höflichkeit! Meiner Meinung nach ist für niemanden etwas Gutes getan, wenn man es aus Zwang macht. Wenn man etwas aus Zwang oder Verpflichtung erledigt, herrscht hinterher nur ein unangenehmes Klima. Und von Authentizität ist erst nicht die Rede. 
Was meine Wenigkeit betrifft, hält der Dezember für mich neben den familiären Verpflichtungen, einerseits die erste Vorprüfung und andererseits die ersten Theoriestunden der Fahrschule bereit. (Argh!!) Immerhin schneit dieses Jahr eine weiße Weihnacht zu werden, was mich sehr erfreut.  Ein weiterer Knackpunkte wäre, dass ich ausgerechnet in diesen Zeitraum mich dazu entschied, mich vegan zu ernähren. Einige Debatten über die Veränderung meiner Ernährungsweise gab es bereits, aber während der Weihnachtszeit diese Debatten auszufechten, ist eine reine Zerreißprobe der eigenen Nerven. Mir wurde bereits ans Herz gelegt nicht mal eine Ausnahme zu machen, wenn der Tisch an Heiligabend gedeckt ist. Der Gedanke daran deshalb eine Ausnahme zu machen, bereitet mir keine Freude. Ich weiß es noch nicht, wie ich mich entscheiden werde, ob ich eine Ausnahme machen werde oder meinen Kurs beibehalte. Aber wie ich mich kenne, lasse ich mich eventuell durch meine sozialen Zwänge kleinreden und werde mitspielen. (seufz)
Jedoch bin ich irgendwie optimistisch gestimmt, dass der Monat nicht so schlecht werden wird, wie ich es mir in meinen Kopf ausmale.




EIN OFFENER BRIEF AN DIEJENIGEN, DIE VEGANER ALS MORALAPOSTEL ABSTEMPELN

Ich schätze euren Engagement in Sachen Überzeugung, wie sehr ihr mich versucht zu überzeugen, wie gut doch Fleisch schmeckt. Aber zugleich verachte ich eure Intoleranz und Ignoranz gegenüber diese alternative Lebensweise. Aus jetzigen Standpunkt heraus möchte ich keine tierischen Produkte zu mir nehmen. Welche Motive dahinter stecken, beschrieb ich kurz in meinen letzten Post.
Ich bin seit langem stolz auf mich, dass ich motiviert bin eine Sache komplett durchziehen zu wollen. Aber wieso missversteht ihr mich? Ich kann momentan nur für mich Stellung beziehen. Ich habe etwas im Leben gefunden, was mich zusätzlich, neben meiner Arbeit im Krankenhaus, erfüllt. Wieso wollt ihr es da zerstören?

Einerseits möchtet ihr meine Beweggründe wissen, aber anderseits, wenn ich sie euch benennen möchte, deklariert ihr es als nervig. Ich würde mit erhobenen Moralfinger herumschwadronieren. Ich möchte keines Falls jemanden als schlechten Menschen darstellen, nur weil er eine andere Lebensweise wählt als wie ich. Das steht nicht in meinen Ermessen. Ich habe eine eigene Meinung und eine andere Perspektive auf die Dinge, wie ich sie sehe. Bin ich deshalb ein schlechterer Mensch? Keineswegs.

Wer ernsthaft daran Interesse hat, gebe ich gerne Auskunft. Aber wenn ihr kein Interesse daran habt, dann seit bitte wenigstens so freundlich und haltet eure Mäuler. 
Ich möchte nicht eure Meinung dazuhören, außer wenn ich euch explizit danach frage. Sogleich interessiert es mich herzlich wenig, wenn ihr kein Interesse dafür hegt. Aber in dem Moment, wo ihr die Leute als  etwas Schlechtes abstempelt als wie ihr es seit, dann seit ihr nur intolerant.
Ich beschäftige mich nicht nur mit meiner Ernährung, um auf andere herabzublicken. Es ist allein für mich, für MEINEM Körper und MEIN Gewissen.
Fühlt ihr euch bedroht wegen einem Menschen, der es eher bevorzugen würde an einer Karotte zu nagen als an einer Bratwurst? Keine Sorge, ich kann euch entwarnen. Wir nehmen euch nicht eure Bratwurst weg.
Wir leben in einer Gesellschaft, wo tiefgehend die Meinung durch die Industrie und Medien beeinflusst wird. Jedoch leben wir auch in einer Zeit, wo für uns (größtenteils) eine Menge an frei erhältlichen Informationen zu Verfügung steht.  Wir können recherchieren, um Antworten auf Fragen zu finden, was um uns alles herum passiert, um anschließend nach unsere ethischen Ansichten zu handeln.
Aus längerer Recherche meinerseits habe ich für mich beschlossen dieses System durchbrechen zu wollen und einen Punkt zu setzen. Ich möchte meinen Körper etwas Gutes tun, meiner Umwelt und ich kann nicht mehr mit ansehen wie Tiere leiden. Mir gefällt das System der Massentierhaltung nicht. Dafür ist mir klar geworden, dass ich Tiere zu sehr liebe.
Aber wie mein Vater immer zu sagen pflegte: "Rom entstand nicht von heut auf morgen."
Mit seinen Worten möchte ich diesen Brief beenden.